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  • Merle

Lust

Hei liebe Menschen,

ihr fehlt mir. Ich kann es nicht anders sagen. Oder nein, ich will es nicht anders sagen. Die letzten Wochen, mittlerweile die letzten Monate hatte ich viel viel Zeit zu reflektieren und mich mit mir selbst zu beschäftigen. Dieser letzte Teilsatz klingt nach so wenig, man kann es in einem Satz sagen, und geichzeitig erscheint mir dieser Aspekt aus dem was ich sonst vermittle und in der derzeitigen Situation als mein Hauptwerk. 


Schaffst du es, mit dir selbst klar zu kommen? Hältst du dich selbst aus? Kannst du das, was du in deiner Umwelt auf dich beziehst, in guter Weise für dich selbst reflektieren? („gute Weise“ meint, dass es am Ende deiner Reflektionen gut ist, was auch immer das im Einzelnen für dich heißen mag.)

Wovor hast du Angst, wodurch wirst du wütend, wodurch wirst du traurig? Wobei bist du auf dich selbst bezogen, wobei auf andere Menschen? Setzt du Grenzen, und wenn ja, wie? Wem? Anderen, oder auch dir selbst? Was davon findest du gut, und was gar nicht gut?


Zuletzt wieder habe ich mich viel damit beschäftigt, was das Außen (die belebte und unbelebte Umwelt, Menschen) in mir auslöst und wie ich dann darauf reagiere. Das kann man auf einer philosophisch-theoretischen Ebene gewissermaßen gedanklich „anschauen“ (und macht sich dann beispielsweise Gedanken über Egoismus und Altruismus, was man wie bewertet bei sich selbst wie auch bei anderen) und man kann das eigene Erleben mitbekommen. Ich mache gern beides, oft im Wechsel. Vorhin zum Beispiel. Da merkte ich, dass ich Gefallen daran fand, meine Augen zu bewegen. Mein Schreibtisch steht vor einem Fenster, und so fuhr ich zunächst den Fensterrahmen mit den Augen nach, die Form der Bewegung wurde nach und nach oval. Meine Augen versuchten, einen Kreis zu ziehen, was aufgrund der Beschaffenheit des Hintergrundes, auf dem ich das versuchte, ziemlich schwer war (Unebenheit des Fensterrahmens verglichen mit der Wand drum herum, dazu Helligkeits- und Farbunterschiede zwischen dem Rahmen und dem, was durch das Glas draußen sichtbar war, zudem bewegten sich die Bäume draußen). Also suchte ich in meinem Zimmer nach etwas Kreisförmigem, fand einen farbigen Fahrradrahmen, setzte mich davor und fuhr den Kreis mit meinen Augen nach. Die Befriedigung, die sich beim zweiten Mal anfing auszubreiten, hat mich so überrascht, dass ich merkte, dass ich plötzlich lächelte. Wie bei einem kleinen Kind, nicht?, das zwischen den Spielsachen ständig etwas Neues und Tolles findet, und darüber in solche Begeisterung verfällt, dass es alle fünf Minuten zu einem Elternteil rennen muss um die Freude zu teilen und den Grund dafür zu zeigen.


Ist deine Umgebung ein Spielzimmer? Worauf hast du eigentlich Lust?

Die Welt ist ja so voll von Möglichkeiten, dass man sich manchmal gar nicht traut, zu fühlen. Stattdessen fängt man an, in „zuerst …, dann ...“ oder in „wichtig versus unwichtig“ und ähnliches zu zerteilen und Kategorien aufzustellen. Was aber passiert, wenn du dir pro Woche einmal, an einem fixen Datum, einen freundlichen Weckton auf eine Stunde ab jetzt stellst, die Tür hinter dir schließt und dich auf den Boden setzt, tief atmest und deine Augen sich im Zimmer umschauen lässt, bis sie irgendwo hängen bleiben, ganz von selbst, und du, deinem ersten Impuls folgend, dich schon auf dem Weg befindest, um währenddessen oder danach mitzubekommen, was sich da an Tun in dir ausbreitet und sich sozusagen selbst tut, während du deine Augen auf das, woran sie hängen bleiben, konzentrierst...

? :-)

Alles Liebe,

Merle

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